Cem Karakaya arbeitet bei der Münchner Polizei und ist für den Bereich Internetkriminalität zuständig. In einem unterhaltsamen Vortrag klärt er die Zuhörer über die Gefahren der sozialen Netzwerke und der modernen Medien auf. Lebhaft berichtet er dabei von seinen Erfahrungen im Netz und demonstriert, wie problemlos ein iPhone-Besitzer ausspioniert werden kann.

Des Weiteren informiert er die Zuhörer über den Datenschutz. So haben manche Krankenversicherungen vor, mit Fitnessstudios oder entsprechenden Anbietern von Fitnesskursen zusammenzuarbeiten, was schließlich dazu führen soll, dass der Krankenversicherungsbeitrag bei den Personen sinkt, die bestätigen können, an einem dieser angebotenen Fitnesskurse teilgenommen zu haben. Dies entspricht bereits einem Eingriff in die persönlichen Daten. Zudem spricht Herr Karakaya die Datensammelwut etlicher Großkonzerne an. Darüber hinaus erläutert er, dass auch Reiseanbieter sich der Daten ihrer Kunden bedienen, wenn sie das Preisangebot für ein bestimmtes Reiseziel sowohl an die IP-Adresse des Kunden anpassen (Deutsche IP-Nutzer zahlen im Vergleich zu anderen Ländern in der Regel mehr für eine Reise) als auch davon abhängig machen, welches Betriebssystem der Kunde nutzt (auch für den Apple-Nutzer ist eine Reise vergleichsweise teurer).

Der Polizist macht auf die verschiedenen Techniken zum Abgreifen von Daten aufmerksam wie beispielsweise das sogenannte SPEAR-Fishing (persönlich angepasste Mails, in denen ein Link angeklickt werden soll) und er beschreibt Maßnahmen zur Sicherung der persönlichen Daten wie regelmäßige Updates, geeignete Antivirenprogramme oder die Verschlüsselung von E-Mails.

Hinsichtlich der Gefahren im Internet animiert Karakaya die Zuhörer zu einem sensiblen Umgang mit ihren Daten. Dies betrifft zum Beispiel das öffentliche Telefonieren in der S-Bahn. Die Insassen hören automatisch bei Gesprächen mit. Auch rät der Polizist dazu, die persönliche PIN-Nummer in der Öffentlichkeit immer so einzugeben, dass niemand sie sehen kann.

Die Zuhörer werden auch darüber informiert, welche Unfälle sich durch die Handy-Nutzung ergeben können. So sind seit 2014 weltweit 52 Personen – meist – durch Abstürze verstorben, während sie ein Selfie von sich machen wollten. Des Weiteren veranschaulicht er unser durch die Technik beeinflusstes Verhalten: Wenn wir beim Gehen das Display unseres Handys fixieren und womöglich zusätzlich noch darauf tippen, ist unsere Wahrnehmung vergleichbar mit einem Trunkenheitszustand von 0,8 Promille, da wir die Umgebung größtenteils ausblenden.

 

Claudia Gaßner

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