von C. Bittner

Die Klasse 8b besuchte kurz vor Weihnachten im Rahmen des Deutschunterrichts zwei Obdachlosenhilfestellen: Die Bahnhofsmission München und das Kloster St. Bonifaz.

Nach der Lektüre einer Kurzgeschichte zum Thema Obdachlosigkeit hatten die Schüler eigenständig großes Interesse am Thema entwickelt und wollten mehr über Wohnungslose erfahren. Frau Spahn von der Bahnhofsmission und Frater Emmanuel von St. Bonifaz konnten viele der Fragen beantworten und wir erfuhren, dass ein Großteil der Menschen durch einschneidende, schlimme Lebensereignisse (Krankheit, Trennung, Arbeitslosigkeit, finanzielle Schwierigkeiten, die dann eine Kündigung der Wohnung mit sich bringt) in die Obdachlosigkeit schlittert. Kämen dann Depressionen, fehlendes Beherrschen des „Amtsdeutsch“ o.Ä. hinzu, könnten Hilfsanträge nicht fristgerecht ausgefüllt werden, so dass die Menschen erst einmal „auf der Straße“ landen.

Glücklicherweise bieten gerade in München viele soziale Organisationen und die Stadt einige Anlaufstellen, wo sich die Menschen aufwärmen können und eine Mahlzeit bekommen. St. Bonifaz z. B. stellt zudem eine kostenfreie medizinische Versorgung, die oftmals dringend nötig ist, zur Verfügung. Auch in München erkennt man, wie in vielen anderen deutschen Großstädten, in denen die Situation oftmals noch schlimmer ist, seit einigen Jahren einen deutlichen Anstieg an Wohnungslosigkeit – u.a. begründet durch die hohen Lebenshaltungskosten der Stadt. (Übrigens werden auch diejenigen als „wohnungslos“ bezeichnet, die in Unterkünften der Stadt oder Pensionen untergebracht werden, nicht nur die Menschen, die man auf der Straße sieht. Und vielen Wohnungslosen erkennt man gar nicht an, dass sie obdachlos sind, denn sie sind trotzdem gepflegt.)

Auf jeden Fall sind auch die Hilfsorganisationen auf Spenden angewiesen und die 8b hatte im Vorfeld zweimal einen Kuchenverkauf organisiert, um zu helfen. Dabei kamen fast 200€ zusammen, von denen teilweise frisches Obst und Pflegeprodukte gekauft wurden, teilweise ging das Geld direkt an St. Bonifaz und die Bahnhofsmission. Den Schülern sei ein großes Lob für ihren Einsatz ausgesprochen – Respekt, was ihr auf die Beine gestellt habt!

Auch ein herzliches Dankeschön an Bettina Spahn und Frater Emmanuel, die uns bereitwillig die Türen geöffnet haben. Schön, dass es nicht nur an Weihnachten Menschen gibt, die an die Hilfsbedürftigen denken!